
Der CDU-Abgeordnete Reinhard Göhner will weder auf seinem Posten beim Arbeitgeberverband BDA noch auf sein Mandat verzichten, er sieht sich sogar als Vorbild. Recht hat er!
In den letzten 10 Jahren seiner Doppelfunktion gab es nicht einmal eine Diskussion über mögliche Interessenskonflikte, im Rahmen des Sommerlochs wird die Debatte nun aber nach dem Fall Röttgen künstlich aufgeblasen. Der Großteil der Bundestagsabgeordneten sind Beamte, dazu gab es immer viele Gewerkschaftsmitglieder und auch Funktionäre. Ich meine es müsste eher mehr Abgeordnete geben, die neben ihrem Mandat in der Wirtschaft arbeiten. Denn Wirtschaftskompetenz gibt es eher zu wenig als zu viel im Bundestag. Dies ist übrigens auch kein Ausweis von Abhängigkeit gegenüber dem Arbeitgeber in der Wirtschaft, sondern ermöglicht den Abgeordneten auch mehr Freiheit gegenüber den Fraktionen und Parteien. Hier ist das eigentliche Problem. Wer traut sich denn von Regierungs-, Fraktions- oder Parteilinie abzuweichen? Das wäre nämlich meist die sichere Nichtnominierung für die nächste Wahl.
Kein Wunder, dass wir fast nur noch stromlinienförmige Abgeordnete haben und wenige freie und unabhängige Abgeordnete. Wir haben genug Berufspolitiker, aber zu wenig wirklich unabhängige Mandatsträger.


2 Kommentare:
Die gegenteilige Meinung vertritt mein geschätzter Kollege Karsten Dürotin
http://liberalestimme.blogsome.com/
man kann sich naturgemäss erst über etwas aufregen wenn man kenntnis davon erlangt. :)
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