6.8.06

Studie beweist: ARD und ZDF anti-israelisch!

SKANDAL: Eine Studie hat ergeben, dass ARD und ZDF eindeutig anti-israelisch berichten. BILD am SONNTAG beauftragte das unabhängige Bonner Forschungsinstitut Media Tenor mit einer Untersuchung zum Thema „Die Darstellung des Krieges im Nahen Osten – Medienanalyse der Berichterstattung von ARD und ZDF“.

Media Tenor wertete die vier Hauptnachrichtensendungen („Tagesschau“, „Tagesthemen“, „heute“, „heute-journal“) des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aus. Die Forscher sichteten 334 Beiträge in der Zeit vom 21. Juli bis 3. August 2006. Ihr eindeutiges Fazit: „In ihren Hauptnachrichtensendungen werden ARD und ZDF ihrem Auftrag der unparteilichen und unabhängigen Berichterstattung über die Vorgänge im Nahen Osten nicht gerecht.“ So werde in allen vier Sende-Formaten Gewalt „in erster Linie als Tat der Armee Israels vermittelt“. Und weiter: „Die Gewalt der Hisbollah wird erst am Ende der Beiträge erwähnt – wenn überhaupt.“

Besonders kritisiert Media Tenor die für die Medienwirkung wichtige Fragestellung Täter/Opfer. Im Bericht heißt es: „Täter ist in erster Linie Israel, Opfer in erster Linie die Zivilbevölkerung im Libanon.“

Worauf stützt sich diese Interpretation? Das Institut nennt Aspekte wie die folgenden:
• ARD und ZDF legen den Schwerpunkt ihrer Berichterstattung auf den Schauplatz Libanon – „Tagesschau“ mit 70,4 Prozent der Beiträge zum Konflikt und „Tagesthemen“ mit 67,5 Prozent. Die Geschehnisse in Israel machendagegen bei allen vier Nachrichtensendungen weniger als zehn Prozent aus.
• Als Aggressor wird deutlich häufiger Israel genannt als die Hisbollah.

In der Studie heißt es: „Bei ‚Tagesschau‘ und ‚heute‘ ist die Täterrolle eindeutig: In etwa einem Drittel der Beiträge werden dort allein die Israelis als Angreifer dargestellt, rund dreimal so viel wie die Hisbollah. Ausgeglichen ist die Bewertung im ‚heute-journal‘.“ So sah die „Tagesschau“ in 25 Beiträgen ausschließlich die Israelis als Aggressor und nur in acht Berichten ausschließlich die Hisbollah (21-mal beide, 8-mal andere). Beim „heute-journal“ war das Verhältnis 18:13 (25-mal beide, einmal andere).

Roland Schatz, Chef von Media Tenor, zu BamS: „Das ,heute-journal‘ bemüht sich um Ausgewogenheit. Doch unterm Strich gilt: Allen untersuchten Sendungen fehlt die Perspektive aus der Sicht der israelischen Opfer.“

Besonders dramatisch ist, dass es sogar beim Thema Irak-Krieg ausgewogener zuging. Roland Schatz: „Während des Irak-Kriegs war für die Moderatoren von ARD und ZDF der Einleitungssatz wichtig im Sinne von: ‚Wir berichten über einen Krieg, und jede der handelnden Parteien hat ein eigenes Interesse bei der Zurverfügungstellung von Informationen.‘ Solch einen distanzierenden Satz konnten wir nicht feststellen.“

Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim, kritisiert: „Die TV-Nachrichten in ARD und ZDF vermitteln ein unausgewogenes Bild vom Krieg. Sie vernachlässigen die Angriffe auf die israelische Zivilbevölkerung.“

ARD und ZDF sehen das wie erwartet anders. Auf Nachfrage von BamS meinte Klaus-Peter Siegloch, stellvertretender ZDF-Chefredakteur: „Zu Untersuchungen von Media Tenor nimmt das ZDF grundsätzlich keine Stellung, weil deren Ergebnisse in der Vergangenheit einer Überprüfung nicht standgehalten haben. Deren Methoden sind unseriös. Die Mehrzahl der Zuschauer, die unsere Nahost-Berichterstattung kritisieren, wirft uns eine Parteinahme zugunsten Israels vor.“ Das zeigt wo die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen (von den privaten ganz zu schweigen!) und die Israel-Kritik vieler Kommentatoren hinführt bei der deutschen Bevölkerung. Fehlt nur noch, dass die Studie als "jüdisches Komplott" abgetan wird...

Bestes Beispiel für diese antiisraelische Berichterstattung ist Ulrich Wickert und die Moderation der „Tagesthemen“ vor einem Hintergrundbild, das ein totes Kind auf dem Arm eines Mannes zeigte. Originalton Wickert: „Durch israelische Bomben sterben im südlibanesischen Dorf Kana 37 Kinder. Sie suchten in einem Keller Schutz. Der Angriff wurde auf der ganzen Welt verurteilt. Die Bundesregierung hält sich mit einer direkten Verurteilung zurück.“ Ein Israeli kam in diesen „Tagesthemen“ nicht zu Wort.

Wo soll das noch hin führen? Konsequent zu Ende gedacht kommt man zu der Schlußfolgerung von Peter Voß. Letzten Sonntag fiel Peter Voß beim ARD-Presseclub aus der Rolle als Moderator. „Ich glaube nicht“, erklärte der SWR-Intendant, „dass Israel sich langfristig dort halten kann. Ich glaube, wir werden irgendwann die Israelis in Europa aufnehmen.“

9 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wenn man die Studie bei Pro7/Sat1 machen würde oder bei RTL wäre es wohl noch krasser. So weit ist es schon in Deutschland.

Oliver Luksic hat gesagt…

Die Analyse ist eine einzige Ohrfeige. Weitere Zitate:

"Die UN Resolution 1559 vom 2.September 2004, die in Verschärfung der Resolutionen 425
und 426 vom 19.3.1978 die Entwaffnung aller libanesischen und nichtlibanesischen Milizen
fordert, wird in den wenigsten Beiträgen angesprochen. Das Versagen der UN-Truppen im
Libanon taucht kaum auf und damit fehlt die Grundlage für das Verständnis für das Agieren
der Israelischen Regierung."

"Die Anti-Israeli Position während des aktuellen Libanon-Krieges steht im Kontext mit einer
jahrelangen negativen Darstellung Israels im allgemeinen sowie der demokratisch
gewählten Regierung im besonderen sowohl bei ARD als auch ZDF."

"Daß Bewertungen wesentlich zurückhaltender vorgenommen werden können, zeigen die
Vergleichswerte von der BBC: im gleichen Zeitraum haben die englischen Journalisten deutlich
weniger Urteile vermittelt, sondern sich wesentlich stärker auf die Rolle der Darstellers
beschränkt."

"Das Verhältnis an negativen Urteilen zu positiven Stellungnahmen betrug in der
Regel 20 mal so viel Kritik wie Zustimmung zur demokratisch gewählten Volksvertretung
Israels."

"Wenn den Aktionen der israelischen Armee ein bestimmter Raum in den Nachrichten
eingeräumt wird, dann sollte dieses im Verhältnis zu den Aktionen der Hisbollah stehen. Das
aktuelle Ungleichgewicht von 5:1 zu lasten der Armee Israels untermauert den Eindruck, daß
Israel der Aggressor ist."

"Die TV-Nachrichten vermitteln ein unausgewogenes Bild vom Krieg. Sie vernachlässigen die
Angriffe auf die israelische Bevölkerung. Statt dessen wird Israel als Aggressor dargestellt und
der Libanon als Opfer. Die wahren Täter – die Hisbollah und ihre Hintermänner – werden
kaum gezeigt. Das läßt die Zuschauer mit falschen Eindrücken zurück.
Diese Darstellung hat fast schon Tradition. Über die tägliche Bedrohung Israels - verbal und
militärisch - durch Syrien, den Iran und ihre verlängerten Arme im Gaza-Streifen oder im
Libanon wird wenig berichtet. Für das Verständnis des Verhaltens Israels wären solche
Berichte jedoch unerläßlich."

Valentin Holzer hat gesagt…

Mir ist es eigentlich egal, wie Pro 7 über Israel denkt, für ARD/ZDF bezahle ich Gebühren und erwarte von öffentlich-rechtlichen Sendern absolute Neutralität.
Ein privater Sender oder eine private Zeitung macht sich die Anti-Israel-Stimmung zu nutzen um daraus finanzielles Kapital zu schlagen.
Ein unabhängiger Sender, der Gebührenfinanziert ist, darf dies schlicht nicht.
Damit will ich allerdings die privaten nicht aus der Verantwortung der seriösen Berichterstattung rausholen. Ich finde es schon traurig, wie in den deutschen Medien mittlerweile Stimmungen missbraucht werden um Kapital daraus zu schlagen.
Dies ist im Sinne der demokratischen Verantwortung der Medien, meines Erachtens nach, unvrantwortlich!

OL hat gesagt…

Ja, Valentin. In einem Konflikt zwischen einer islamistischen Terroorganisation und einer westlichen Demokratie sind deutsche Medien gegen Israel- das muss man sich mal vorstellen...

Boche hat gesagt…

Rayson hat mich auf den Wikipedia-Eintrag zu Media Tenor hingewiesen. Danach scheint die Quelle tatsächlich etwas zweifelhaft zu sein. Auch, wenn ich denke, dass das Ergebnis hinkommt.

Fuchur hat gesagt…

Zunächst mal fällt auf, wie unheimlich schwierig es ist, irgendwelche vernünftigen, nachvollziehbaren Kriterien anzugeben.

Warum ist es antiisraelisch, den "Schwerpunkt auf den Schauplatz Libanon" zu legen? Der Schwerpunkt dieses Krieges liegt nun mal eindeutig im Libanon.
Und ob das simple Nachzählen, wie oft jetzt Israel als "Aggressor genannt" wurde (was heißt das eigentlich?), und wie oft die Hisbollah, eine geeignete Methode ist?
Die Idee, man müsse vor jeder Nachrichtensendung einen "Disclaimer" abgeben, damit ja alles politically correct abläuft, ist doch kindisch.

Offensichtlich sind die Manipulationsmöglichkeiten bei einer solchen Studie unendlich. Dazu kommt, dass die BILD die Auftraggeberin ist, der das Ergebnis sicher sehr gelegen kommt.

MediaTenor selbst ist auch nicht über jeden Zweifel erhaben. Man kann zwar einwenden, dass an ihren Methoden schon was dran sein muss, weil sie ja sonst kein Geld verdienen könnten. Andererseits gibt es auch keine Konkurrenten, mit denen man ihre Ergebnisse abgleichen könnte. Das ZDF hat selbstverständlich recht: MediaTenor hat damals einen Prozess verloren (sie wollten Zeitungen mit SPD-Beteiligung tendenziöse Berichterstattung nachweisen), und muss sich seither gefallen lassen, wenn seine Methoden als "unseriös" bezeichnet werden.
Außderdem macht MediaTenor durchaus keinen neutralen Eindruck. Zunächst mal ist Matthias Döpfner von Springer im Aufsichtsrat (und zwar als einziger "Medienvertreter"). Und die Untersuchungen, die das Institut auf eigene Rechnung anstellt, scheinen mir auch immer dieselbe Stoßrichtung zu haben: die öffentlich rechtlichen Medien als tendenziös hinzustellen.

Fazit: Eine äußert schwammige Fragestellung, ein parteiischer Auftraggeber, und eine, hm, nicht über jeden Zweifel erhabene Agentur - ich jedenfalls bin alles andere als überzeugt.

(P.S. Ich habe die Tagesschau etc. schon länger nicht mehr gesehen, kann mir also kein eigenes Urteil bilden. Allerdings höre ich öfters BR5, die ihre Auslandsnachrichten von der ARD haben. Deren Berichterstattung ist m.E. ausgewogen.)

Anonym hat gesagt…

Bloss das sich die "Studie" bereits dadurch angreifbar macht, dass sie
nicht nur die Nennungen zählt und analysiert (wie beispielsweise in
Fragen Wahlberichterstattung), sondern gleichzeitig z.B. die Arbeit der
UN gleich mitzubewerten versucht und dafür jede Quelle schuldig bleibt.

M. Witte hat gesagt…

Dummes Gefasel. ARD/ZDF berichten recht ausgewogen, auch eindrigliche Dokus wie "Reise durch Katjuschaland" belegen das.

A) Was ist bitteschön zu erwarten, wenn Deutschland BLÖD-Blatt Nummer 1 eine Studie in Auftrag gibt, zudem an ein ziemlich fragwürdiges Unternehmen? Alles, aber keine Obkjektivität. Liest man BILD über einen Zeitraum X, wird dort eine fast schon gefährlich unwiderfragte PRO-Israel-Haltung deutlich, die auch durch den Auftrag an seine Werkfortführer und die Genese von Axel Springer deutlich.

Von daher sind die meisten Statements hier nicht ausser relativ hohles, unreflektiertes Gefasel von Leuten ohne Background.

Und tschüss.

m. witte
marcomedia.tv

Boche hat gesagt…

Von daher sind die meisten Statements hier nicht ausser relativ hohles, unreflektiertes Gefasel von Leuten ohne Background.

Die lustigsten Schwätzer sind die, die sich für schlau halten.