Sozialismus oder Tod lautet die Parole von Hugo Chavez, der mit einem Blanko-Scheck von seinem Parlament mit einer Art Ermächtigungsgesetz diktatorische Verhältnisse einführen will. Chavez, der eine unheilige Allianz mit Ahmadinedschad eingegangen ist, hat "Sondervollmachten" beantragt. Er will 18 Monate ohne Zustimmung des Parlamentes nur mit Erlassen regieren, obwohl er dieses Parlament sowieso kontrolliert. Nach dem Wahlboykott der Opposition kann Chavez nun den "Sozialismus des 21.Jahrhunderts" nun umsetzen, den viele linke Kommentatoren in Deutschland in Kommentaren auch oft mit einem Anflug (N)ostalgie beobachten- geht es gegen den bösen Neoliberalismus ist das Verständnis immer groß. Selbst die liberale Zeit findet Chavez zwar "unappetitlich", kann sich aber unter dem Titel "Wer erlöst uns vom Kapital?" über Chavez nicht so ganz empören und feiert das angebliche "Ende des neoliberalen Einheitsdenken", ein immer wieder gerne aufgebauter Popanz.Wie Evo Morales in Bolivien wird gegen den Widerstand breiter Schichten ein totalitäres System errichtet, auch wenn es in Bolivien Tote gibt. Chavez will nicht nur Wirtschaft und Finanzwesen enteignen und verstaatlichen, sondern auch direken Zugriff auf das Militär und seine unbegrenzte Wiederwählbarkeit. Die Sympathien für Chavez scheinen sehr groß zu sein. Wo bleibt hier der Aufschrei der deutschen Politik und der Intellektuellen, die sonst mit Verurteilungen immer so schnell ist?


1 Kommentare:
die nächste grosse Enttäuschung der Linkskräfte, von der, folgt man ihnen, ein liberales Blatt mitbetroffen sein wird, ist vorprogrammiert.
Schon wieder zeigt sich ein Sozialismus von seiner wesenhaften antidemokratischen Seite. Wenn die Menschen Glück haben, stürzt der Tyrann beizeiten oder er wird gestürzt, hoffentlich nicht zu spät.
Die seltsame Toleranz, auch gemässigter, Kräfte gegenüber solchen sozialistischen Experimenten ist nur ein Reflex der
Respektlosigkeit vor der eigenen Kultur. Es ist nur reine Ablehnung der eigenen Kultur, die mit keiner positiven Vision eines emanzipatorischen Fortschritts einhergeht. Man nennt dies eine destruktive Kritik. Wäre eine solche positive Vision vorhanden, so würde man den Tyrannen daran messen und folgedessen ablehnen.
Es ist stets leicht, gegen etwas zu sein. Viel schwerer, praktisch unmöglich, dagegen ist es eine sozialistische Perspektive zu vermitteln. Die Realität der in Massengräbern geendeten bisherigen Sozialismen spricht dagegegen. Die rein destruktive Kritik gilt es zu bekämpfen.
Kommentar veröffentlichen