Obama versucht mit einem Glaubensbekenntnis und dem Anbiedern an die Waffenlobby im konservativen Westen der USA zu punkten, um Hillary doch noch am Super Tuesday zu schlagen. Solche Feinheiten kommen in der Hofberichterstattung europäischer Medien über ihren Liebling Obama leider zu kurz, da sie doch nicht in das Traumbild des Kandidaten passen. Dass Obama "seit 20 Jahren in die gleiche Kirche geht und Jesus lobt" und "niemanden Waffen wegnehmen will" hat mit seinem viel gepriesenen "Change" eben wenig zu tun. Vor allem ist Obama absolut unglaubwürdig, weil er bisher immer schärfere Waffenkontrollen vehement befürwortet hat. Dass er im Gegensatz zu Clinton gegen eine Pflicht-Krankenversicherung für alle ist wird leider auch fast nirgends erwähnt, da es in das Bild des angeblich so alternativen Kandidaten nicht passt. Diese Widersprüche und vor allem seine mangelnde Substanz in allen Feldern werden ihm große Probleme bereiten, wenn er der Kandidat der Demokraten wird.
3.2.08
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9 Kommentare:
Du hast sicher Recht, was die europäischen Medien anbelangt. Zu Obama bin ich aber anderer Meinung:
1) Zwar sind fromme Gottessprüche auch für mich ein absoluter Abschalter, aber sie gehören nunmal leider zu US Wahlkämpfen dazu. Jede denkbare Religion wird respektiert - selbst die Hüter der heiligen Unterwäsche aus dem Romney-Lager - Attheisten haben dagegen keine Chance. Nach den Moslem-Gerüchten gegen ihn, ist Obama von allen Kandidaten aber derjenige, bei dem ich das Gott-Gerede noch am ehesten verstehe.
2) Die anderen Dinge (Health Care, Gun Controll) mögen zwar für europäische Big-Government-Fans schlimm klingen. Ich finde aber, dass er Recht hat. Wenn er bei der General Election gegen McCain antreten müsste, wären solche gemäßigten Positionen in jedem Fall wichtige Assets.
Hallo Florian!
1) sehen ich auch so. Da ticken die Amis eben anders
2)Er ist da eben ein Flip-Flopper. Das wird gegen McCain, der zu seinen kontroversen Meinungen steht und der viel mehr politische Substanz hat, zum Problem für Obama.
„Ein Lackmus-Test für eine freie Gesellschaft ist übrigens auch die Berechtigung zum Waffenbesitz des freien Mannes. Je mehr ein Staat (eine absolutistische Monarchie oder eine unbegrenzte Demokratie) totalitäre Züge zeigt, desto energischer bekämpft er sie. In den USA ist die Berechtigung zum Waffenbesitz immer noch Kennzeichen des freien Mannes (der freien Frau) und in einem Abänderungsvertrag der Verfassung gesichert. Auch in der Schweiz herrscht bis heute ein liberales Waffenrecht. In der Bundesrepublik, wo der Bürger ohnedies als unmündig betrachtet wird, wäre so etwas undenkbar.“
Gerard Radnitzky
(radnitzky.de)
Liefert mir doch der Olli einen weiteren Pro-Obama-Grund, den ich vorbringen kann, um mein Endorsement vor meinen Hardcore-Libertären zu rechtfertigen. Danke! :-)
David Friedman's Statement
Dominik, da hast Du dich verlesen oder Du bist schon so auf Obama fixiert, dass Du es nicht sehen willst. OBAMA ist voll gegen Waffenbesitz, hat dies immer gesagt und macht jetzt einen 180 Grad you turn!!! Das zum Thema Change,
Ich habe nichts gegen lernfähige Zeitgenossen - und Obama ist offensichtlich nicht beratungsresistent.
Wobei Ron Paul am entschiedensten für Waffenfreiheit eintritt, aber der paßt Dir ja auch nicht.
Du findest immer den gut, den die Mächtigen gut finden. Auch 'ne Strategie.
Bin weder auf PAUL noch auf OBAMA fixiert, sondern auf HILLARY und MCCAIN, die ich beide als WORST CASE ansehe.
By the way: J&L hat Obama ja gefeiert. Jetzt wo der Gottseibeiuns Hennig semi-pro Obama ist, muß sich der Bundesverband sicher entschuldigen!!! :-D
"The most likely way for gun control to happen under the next President is actually to elect John McCain. McCain has a long history of supporting fairly harsh gun control measures; there is also a good chance he will only be a one-term President due to his age."
http://publiusendures.blogspot.com/2008/02/obama-and-gun-control.html
"Du findest immer den gut, den die Mächtigen gut finden."
Dominik, es ist dir vielleicht entgangen, aber John McCain ist keineswegs der Kandidat des GOP-Establishments. Er gilt im Gegenteil als Maverick!
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