Otto Graf Lambsdorff diskutiert mit seinem Neffen Alexander im Zeit-Interview über den Liberalismus in Nöten, das Rauchverbot und die Frage, was die FDP noch lernen muss.
"Die soziale Marktwirtschaft, wie wir sie in Deutschland praktizieren, wurde von Neoliberalen wie Ludwig Erhard, Wilhelm Röpke und anderen entwickelt. Die haben sich auch so genannt und trotzdem dafür gesorgt, dass die Wirtschaft nicht der brutale Kapitalismus wird, der auf nichts mehr Rücksicht nimmt. Ich bleibe dabei: Ich bin ein Neoliberaler."
"Besser neoliberal als neosozialistisch. Neoliberalismus ist gerade die Veränderung des eindimensionalen Wirtschaftsliberalismus, die Abkehr von Kapitalismus pur, hin zu einer Form, die dem Staat eine Rolle als Wächter des Wettbewerbs gibt. Wenn man über die FDP als eine Partei für die Wirtschaft redet, dann sagen die meisten: Aha, die FDP ist eine Partei für die Unternehmen. Das ist Unsinn. Wir sind eine Partei für den Wettbewerb. Unternehmen mögen den Wettbewerb nicht, wie wir am Postmindestlohn sehen konnten."
"Die soziale Marktwirtschaft, wie wir sie in Deutschland praktizieren, wurde von Neoliberalen wie Ludwig Erhard, Wilhelm Röpke und anderen entwickelt. Die haben sich auch so genannt und trotzdem dafür gesorgt, dass die Wirtschaft nicht der brutale Kapitalismus wird, der auf nichts mehr Rücksicht nimmt. Ich bleibe dabei: Ich bin ein Neoliberaler."
"Besser neoliberal als neosozialistisch. Neoliberalismus ist gerade die Veränderung des eindimensionalen Wirtschaftsliberalismus, die Abkehr von Kapitalismus pur, hin zu einer Form, die dem Staat eine Rolle als Wächter des Wettbewerbs gibt. Wenn man über die FDP als eine Partei für die Wirtschaft redet, dann sagen die meisten: Aha, die FDP ist eine Partei für die Unternehmen. Das ist Unsinn. Wir sind eine Partei für den Wettbewerb. Unternehmen mögen den Wettbewerb nicht, wie wir am Postmindestlohn sehen konnten."

4 Kommentare:
Der Staat als Wächter des Wettbewerbs, ein (Gewalt)monopolist als Schutzmacht der Freien?
Das eben ist der Kamikaze-Irrtum der Neoliberalen.
Wenn der Staat DAS gut machen kann, kann er ALLES gut machen. Kann er aber nicht. Der größte Egoist ist immer noch der Sozialist. Und seine Heimat, ob rechts oder links, ist der moderne Staat.
Der Staat soll also für Wettbewerb sorgen. Was die Neoliberalen nicht bedenken ist, dass der Markt und der Wettbewerb nicht in allen Bereichen auch Fortschritt und Wohlstand bringt. Warum sollten Universitäten konkurrieren, warum sollten Krankenhäuser das tun? Es gibt Dinge, bei denen Profit und Wettbewerb einfach nur todbringend sind. Man muss kein Sozialist sein, um das einzusehen.
"Brutalen Kapitalismus, der auf nichts mehr Rücksicht nimmt" und "Kapitalismus pur". Wann und wo hatte es das denn gegeben (und wie hatte sich das geäußert), so dass man den "Neoliberalismus" entwickeln musste, um sowas zu vermeiden?
Tim, schau Dir mal an wie ineffizient unser Gesundheitssystem ohne Wettbewerb ist. Der Wettbewerb bringt eben die besten Ergebnisse vor.
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