Der Harvard-Ökonom Niall Ferguson hält es für unsinnig, alle Banken um jeden Preis zu retten. Die keynesianischen Ausgabeprogramme hält er für völlig ineffektiv:
Der amerikanische Kongress hat es geschafft, das große Konjunkturprogramm in einen politischen Kuhhandel zu verwandeln. Im Englischen spricht man von "pork barrel" - also einem Fass voller Fleisch, aus dem sich jeder bedient. Den Kongress zu bitten, 800 Milliarden in vernünftiger Weise auszugeben, ist so, als würde man eine Gruppe von Alkoholikern bitten, eine Bar vernünftig zu leiten. Ich glaube, das Paket wird kaum oder gar keinen makroökonomischen Effekt haben... Wir leben aber nicht in einer keynesianischen Welt. Keynes hat ja in den dreißiger Jahren schon gesagt, dass seine Ideen besser in einer geschlossenen Volkswirtschaft, sogar in einer totalitären Volkswirtschaft funktionieren würden. Wenn man die Staatsausgaben in einer offenen Volkswirtschaft stark erhöht, also einer mit freiem Handel und freien Kapitalströmen, dann versickert sehr viel Geld...Wenn alle gleichzeitig ein Defizit von 3, 4, 6 oder 8 Prozent fahren, woher soll das ganze Geld dann kommen? Die große Frage an keynesianische Programme ist auch, ob der Multiplikator wirklich hoch ist, ob aus einem Dollar Staatsausgabe mehr als ein Dollar zusätzlicher Wirtschaftstätigkeit folgt. Der Multiplikator ist aber leider ziemlich niedrig, wie viele Studien, etwa von Robert Barro, zeigen. Wir werden ja sehen, ob wir in einer keynesianischen Welt leben, ob die gigantischen Ausgabenprogramme funktionieren oder ob die Verschuldung nur die Volatilität der Anleihe- und Devisenmärkte erhöht.


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